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Ardbeg Supernova - Eiswasser
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KingCole
Gast





BeitragVerfasst am: 06.08.2009 - 23:02    Titel: Verstehe Eure Bewertungen nicht Antworten mit Zitat

Dies ist mein erster Beitrag, daher kurze Vorstellung: ich trinke seit 25 Jahren Malt, bin Gründungsmitglied des Highland Circle e.V., Nürnberg, Deutschland ältesten Whisky Club, eine Säufergemeinschaft zur Förderung der schottischen Kultur, hab die üblichen Schottlandreisen hinter mir und so ziemlich alles durch getrunken, beispielsweise als Trophäe einen 18jährigen Macallan aus dem Jahre1944. Derzeit sind aber Bourbons an der Reihe.
.
Was ich hier abwertendes über den Supernova gelesen habe, hat mich sehr verwundert. Natürlich sind Geschmäcker verschieden, aber ein schlichtes, so nach dem Motto „hat mich nicht umgehauen“, oder „untypisch für einen Islay“ finde ich doch etwas wenig, angesichts diesem großartigem Malt.
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Ich will nicht geschmacklich pseudo detaillierte Beschreibungen a la „Bitterschokolade vereint sich mit Wacholder“ geben, aber: bei solch einer Komplexität der der Geschmackkomponenten diese so intergiert zu halten, zu solch einer geordneten Geschmacksexplosion auf Basis der extremen, aber sich niemals aufdrängenden Torfnote zu platzieren – das ist absolut außergewöhnlich.
.
Einer der Kommentatoren schrieb, es sein ihm nicht „integriert genug“. Naja. Hoffentlich legt er da nicht den falschen Ansatz an. Einen Oban 14 kann man morgens vor dem Zähneputzen nüchtern trinken und er kommt aufgrund seiner geringen Vielfalt der Geschmackskomponenten integriert rüber( nicht abwertend gemeint, ich trinke ihn gerne), das kann man aber von Malts die geradezu gegensätzliche, vielfältige Geschmackskomponenten vereinen, wie beispielsweise auch ältere Campeltown Malts nicht erwarten. Diese müssen gut präpariert getrunken werden.
Ich habe mich beispielsweise auf den Supernova so vorbereitet: leichtes Essen, alten Comte, einen trockenen Martini Cocktail vorab und dann die Eiswassermasche, bis zum Plombenschmerz. Danach getrunken, in der Mitte der Zunge aufgesetzt und nicht hastig, aber ohne Verzug runterlaufen lassen.
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Notes: Oh mein Gott, sofortiger, intensiver Torf im Gaumen, schnell eintretende malzige Süße balanciert den Torf, der zurücktritt, aber als Unterton „intensiv präsent“ bleibt. Grasstöne mischen sich ein und intergieren sich, ein wenig Zitrus mischt mit. An diesen Punkt dachte ich mir nur noch: „WOW, zeig mir einen Malt, der diese Vielfalt an Komponenten hinbekommt, außer vielleicht ein gereifter Springbank, der keine Grasstöne hat, aber dafür dominanter im Salzton auf der Zunge ist.“ Dann, langsame Abschwächung, Salz kommt auf der Zunge etwas durch.
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Nochmals: die Schönheit dieses Malst ist seine integrierte Wucht trotz gegensätzlicher Komponenten. Das ist nicht vergleichbar mit einem feinen nuancierten klar einzuordnenden HP 18. Ich habe den Supernova bisher nur einmal getrunken, eine Flasche der Erstabfüllung wartet bei einem Freund, aber ich wette: je nach Tageslaune wird man diesen malt extrem unterschiedlich beschreiben. Für diese Gottesgabe aus dem Hause Ardbeg muss man sich vorbereiten. Aber dann…...

Viele Grüße, KingCole
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Don Jorge



Anmeldungsdatum: 08.07.2008
Beiträge: 1705
Wohnort: Heidelberg

BeitragVerfasst am: 07.08.2009 - 08:37    Titel: Antworten mit Zitat

Das muss dann wohl Liebe sein! Winken
Aber schöne Beschreibung, willkommen hier im Forum!
_________________
Der Don empfiehlt: Lern badisch!!!
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Horst_S



Anmeldungsdatum: 07.05.2004
Beiträge: 6639
Wohnort: The Whisky Store in Seeshaupt

BeitragVerfasst am: 07.08.2009 - 08:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo KingCole,

mit Ihrem Beitrag fühle ich mich gleich angesprochen. Denn auch ich gehöre (vielleicht gehörte) zu denjenigen, die den Supernova zunächst einmal als Supermofa titulierten.

Der Grund dafür ist relativ einfach zu sehen. Ich bin ein Liebhaber von klassich ausbalancierten Single Malts und Blends. Letztere nur, wenn der Grain Gehalt gering bleibt. Ich mag z.B. viele der unabhängig abgefüllten Single Malts nicht, da mir bei ihnen oftmals (nicht immer) das nötige unverbrauchte Holz einer langen Reifung fehlt. Das kann man auch kurzfristig mit einer Nachreifung nicht hineinpumpen.

Und so schreckt mich ein so - im klassischen Sinn - unharmonischer, unausgewogener Whisky massiv ab. Das gilt auch für den Octomore. Dort durfte ich 2003/2004 einmal einen Newmake verkosten. Das Riechen hat mir schon gereicht. Ich habe ihn nicht auf meine Lippen kommen lassen.

Ich habe für mich ein paar Verkostungsregeln gefunden. Dazu gehört auf keinen Fall Kälte (auch nicht dieses Eiswasser zuvor) und auch zum Beginn keine Fassstärke auf die Zunge. Und mehr als zwei Drams genieße ich am Abend in der Regel nicht. Und anderer Alkohol neben/vor/nach Whisky geht bei mir auch nicht.

Nähert man sich auf diese Weise dem Supernova, dann ist das 'Ding' ausschließlich rauchig überladen. Und das Holz für mich faktisch nicht zu erschmecken. Wären meine Geschmacksknospen mit 'härterem' Stoff trainiert, wäre das vielleicht etwas anders. So, wie ich mich aber konditioniert habe, klappt das mit dem Supernova leider nicht.

Allerdings habe ich in diesem Beitrag dem Supernova dann doch noch eine schöne Seite abgewinnen können. In Verbindung mit würzigem, intensiven Essen hat der Supernova wunderbar geschmeckt. Allerding hat er sich da ins Gesamtbild eingefügt und die eigene Komplexität innerhalb der 'harten' Aromen trat in der Verbindung mit Fleisch und Sojasauce in den Hintergrund.

Soviel zum Geschmack. Sicherlich hat aber noch ein weiterer Umstand hier zur Abwertung des Supernovas geführt. Und das ist der ungewöhnlich hohe Preis für einen jungen Whisky. Und wenn man sich ein Budget für seinen Whiskygenuss gesetzt hat und nicht beliebig aus den Vollen schöpfen kann (so geht es den Meisten von uns) dann muss man halt eine Entscheidung treffen. Und bei einigen der Teilnehmer fiel sie halt gegen den Supernova.

Gruß
Horst Lüning
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guycalledfrank



Anmeldungsdatum: 06.11.2007
Beiträge: 655
Wohnort: Potsdam

BeitragVerfasst am: 07.08.2009 - 10:06    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn Ihr über "den Supernova" redet, meint Ihr dann das Committee oder das Stellar Release? Meiner Meinung nach unterscheiden sich beide Abfüllungen deutlich voneinander!


Gruß
Frank
_________________
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guycalledfrank



Anmeldungsdatum: 06.11.2007
Beiträge: 655
Wohnort: Potsdam

BeitragVerfasst am: 07.08.2009 - 10:17    Titel: Antworten mit Zitat

Wen´s interessiert: Hier meine Tastingnotes zu beiden Abfüllungen:

Ardbeg Supernova, Advance Committee Release (peatlevel 100+ppm), 2001/2002-2008, 3000 bottles, 58,9%

Nase: Die typische Ardbeg Süße ist hier sehr deutlich und angenehm ausgeprägt mit jeder Menge Malzzucker. Dazu kommen crémige Röst- und auch Räucheraromen. Gleichzeitig ist da aber auch eine sehr herb-bittere Note. Deutlich ausgeprägter Pfeffer - aber nicht scharf, nur sehr würzig. Dann riecht es auch deutlich metallisch und auch etwas maritim mit Seegras und Algen. Und der Torf? Ja, der ist natürlich auch da Sehr glücklich. Und wie! Aber nicht so dominant, wie erwartet - eher wie ein zusätzliches Aroma von "Torfkonzentrat". So torfig/erdig und konzentriert, daß es bitter und "schwarz" wird! So ist dann auch der Rauch: Schwarz, rußig und bitter-süß!
Mund: Malzzucker, Karamell, Salz und ein wahnsinniger "punch" Torf straight in you face! Herb, aber auch sehr organisch-grasig und zart schmelzend! So liebe ich Torf. Lecker! Aber vielleicht sogar ein klein wenig zu viel des Guten?!? Hat aber auch erstaunlich intensive Röstaromen, nussig, crémig, und vor allem Malzsüße! Sehr weich, ölig, buttrig! Auch die deutlich herbe Note aus der Nase ist wieder da und erinnert an bittere Orangenschalen! Und Rauch ist natürlich auch dabei...
Abgang: Crémig-nussig und crémig-torfig, malzige Süße, angenehme Raucharomen und sogar etwas Räucherspeck und Salz. Etwas fruchtig, Grand Marnier, Citrus. Hmmm, erstaunlich leckerer und wahrhaft kilometerlanger Abgang!

Von diesen ganzen jungen Torf(welt-)meistern, schmeckt mir ausgerechnet der Ardbeg am besten. Vielleicht auch, weil er doch immerhin seine 7-8 Jahre im Fass bekommen hat. Aber er ist im Vergleich zur Konkurrenz auch eher eindimensional - der Torf dominiert sehr deutlich und läßt nicht viel mehr zu...heftig, aber lecker!!! Und auch der Abgang...nicht unbedingt vielseitig und ausgewogen, aber einzigartig lang und wild-rauchig-torfig!

_______________________________________________________

Ardbeg Supernova, Stellar Reserve Release (peatlevel 100+ppm), 2001/2002-2009, 58,9%

Allein schon von der Farbe gibt es einen eindeutigen Unterschied der beiden Abfüllungen: Die Committee Abfüllung ist ein wenig dunkler, brauner, goldener! Und um wirklich sicherzugehen, habe ich das mehrmals mit Mund & Nase blind getestet und die beiden Abfüllung problemlos auseinanderhalten können!

Nase: Sehr ähnlich der Committee Abfüllung…aber definitif nicht gleich! Torf, Rauch, Malzsüße, Röst- & Räucheraromen, etc. haben den gleichen Charakter, aber diese Abfüllung ist weniger würzig, düster/herb, dafür frischer, maritimer und vor allem fruchtiger - tendiert aber etwas Richtung Fruchtesther, unreifer/sprittiger. Mir gefällt von der Nase her die Committee Abfüllung besser!
Mund: Sehr intensiver und herber Torf, Rauch, Salz, malzige Süße (weniger crémig, eher klebrig und nicht so lecker wie bei der Committee Abfüllung), Röstaromen und maritim mit Salz, Seegras/Algen, Fisch. Im Vergleich auch wieder eindeutig fruchtiger und irgendwie...unreifer?!? Trotzdem herrlich intensiv und wirklich lecker!
Abgang: Torf in schöner Kombination mit malziger Süße, schöne Rauch- und Räucheraromen, metallisch/bitter, Citrus, Salz und auch etwas maritim. Kilometerlanger Abgang - sehr straight…aber recht lecker!

Auch diese Abfüllung gefällt mir (leider) besser als die vielen anderen jungen Torfmonster! Und (leider, leider) gefällt mit die Committee Abfüllung deutlich besser, als das Stellar Reserve Release. Nur mit den maritimen Noten kann der Stellar Reserve punkten! Dennoch ist das mir persönlich nicht das Geld wert! Bei der Committee Abfüllung bin ich noch am schwanken, ob sie mir die 65 Pfund wert ist (oder ob ich sie für 300 Euro bei Krüger verhökern und 4-5 mindestens ebenso gute Malts davon kaufen soll).


Gruß
Frank
_________________
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LoQ123



Anmeldungsdatum: 14.03.2007
Beiträge: 4914
Wohnort: Dramstadt

BeitragVerfasst am: 07.08.2009 - 10:45    Titel: Re: Verstehe Eure Bewertungen nicht Antworten mit Zitat

KingCole hat Folgendes geschrieben:
Danach getrunken, in der Mitte der Zunge aufgesetzt und nicht hastig, aber ohne Verzug runterlaufen lassen.
.


...das ist irgendwie nicht meine Methode Malt zu trinken, so trink ich Brände und andere Schnäpse bei denen es mir wesentlich darum geht nach einem Essen "aufzuräumen"....
Ich kann dem Supermofa etwas abgewinnen sowohl dem Commitee als auch dem Stellar, allerdings weder soviel, dass es gereicht hat mir eine Großflasche zuzulegen, noch um in die Knie zu sinken.
Ich fand den Begriff Super"mofa" auch recht gelungen, denn man riecht immer, dass ein Zweitakter vorbeigefahren ist. So geht es mir auch mit diesem Ardbeg. Der Torfrauch überlagert viele mögliche Töne. Und das sagt jemand der auf Torf steht.
Addiert mit dem Hype um Ardbeg kam dann am Ende Kopfschütteln raus.

Der Cask Force von AoW z.B. kann meiner Meinung nach Vieles was das Mofa kann.
_________________
Grüße aus der
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KingCole
Gast





BeitragVerfasst am: 07.08.2009 - 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Don,

herzlichen Dank für die Willkommensgrüße, ob es mit dem badischen klappt, kann ich Dir allerdings nicht versprechen Winken.

Hallo zusammen,

versteht mich bitte nicht falsch, oder gar als polarisierend, aber wir drehen uns hier anscheinend im Kreis. Alles Folgende natürlich aus meiner Sicht, ohne jeglichen allgemeingültigen Anspruch:

Wie bereits geschrieben steht und fällt der Supernova mit der Art der Vorbereitung, bzw. Annäherung. Ich habe vor der Verkostung dazu folgende Eckdaten gelesen: „Torfgranate – Fasstärke – intensive malzige Süße – starke Begleitaromen.“ Das schreit geradezu nach einer Betonung der Gaumenaromen und Wegnahme des Alkohol als Geschmacksträger. Genau aus diesem Grund habe ich ja so detailliert die Vorbereitung angeführt und beschrieben.

Demnach:

- Leichtes Essen, dazu Wasser, keinen Alkohol, aber nichts schweres mit der Notwendigkeit „zum Aufräumen“ hinterher
- Etwas geschmacklich neutralisierenden Käse
- Martini Cocktail um die generelle Alkoholempfindlichkeit zu reduzieren
- Eiswasser um die Zunge zu betäuben
- Zügiges (nicht hastiges!, wie oben beschrieben) trinken um den Aromen Vorzug vor der Alkoholnote im Gaumen zu geben.

Natürlich, es ist völlig OK, wenn man wie Horst diese Herangehensweise prinzipiell ablehnt, oder sich anders konditioniert hat, nur, man verschließt sich dann auch ein wenig der Schönheit eines Supernovas, weil eben die obige Methodik – nochmals, aus meiner Sicht - das Beste in manchen Spirituosen hervorbringt. Mache ich das nicht, ist es ein wenig so, als wenn ich mit dem Sportwagen ins Gelände fahre.

Ich sehe diese Vorbereitung weniger Prinzipienorientiert, sondern richte mich einfach nach dem Malt aus. Es gibt andere Methoden. Bei fein ausbalancierten Malts bei 40 bis 46 %, gebe ich beispielsweise lediglich nicht zu frisches Graubrot den Vorzug und trinke Kühlschrankkaltes Wasser.

Aber nochmal zum Supernova: ich will hier nicht missionieren, was mir sowieso nicht gelingen würde. Generell, punkto Geschmacksvorlieben geht es mir ähnlich wie Horst für sich oben beschreiben hat, die meisten Versuche meist unabhängiger Abfüller mit Fassgimmicks aufzuwarten, empfinde ich eher als bescheiden im Vergleich zu den klassischen Herstellerabfüllungen im richtigen Alter. Fein ausbalanciert, aber mit klaren Profil. Der Supernova hingegen war einer der ganz wenigen die mit obiger Methodik ein absolut herausragendes, neuartiges, integriertes Geschmackserlebnis war. Diesen Genuss wollte ich weitervermitteln.

Ja, den preislichen Aspekt verstehe ich, geht mir genauso, wobei die 80 € doch im Rahmen der allgemeinen Preissteigerungen bei Malts doch noch einigermaßen OK sind?

Viele Grüße, KingCole
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Horst_S



Anmeldungsdatum: 07.05.2004
Beiträge: 6639
Wohnort: The Whisky Store in Seeshaupt

BeitragVerfasst am: 09.08.2009 - 09:07    Titel: Antworten mit Zitat

KingCole hat Folgendes geschrieben:
Ja, den preislichen Aspekt verstehe ich, geht mir genauso, wobei die 80 € doch im Rahmen der allgemeinen Preissteigerungen bei Malts doch noch einigermaßen OK sind?

Sicherlich sind die 80 EUR pro Flasche im Rahmen des Möglichen/Erträglichen/Üblichen. Dennoch stellt sich doch fast Jeder insgeheim die Frage, ob das, was auf dem Papier geboten wird, sich auch mit dem verlangten Preis deckt. Und hier beim Supernova galt abzuwägen, ob 100ppm bei vergleichsweise jungem Alter soviel Wert ist, wie 15 Jahre längere Reifung wohlmöglich noch in erstbefüllten Sherryfässern.

Die Kunst des Herstellers ist es, genau den Preis zu finden, bei dem sich noch etwas zu viele Käufer finden lassen. So herrscht Knappheit und die Gewinnfunktion erreicht ihr Maximum. Dazu dann ordenltiches Marketing - bevorzugt ohne teure Anzeigen - sondern über die diskutierende Fan- und Nichtfangemeinde (wir) und schon läuft die Sache gut für die Mitarbeiter und Aktionäre von LVMH.

Und da haben sie meine echte Bewunderung. Warum ist bislang nur ein zweites Unternehmen - die Progressive Distillers von der Insel Islay - auf eine solche Idee gekommen?

Gruß
Horst Lüning
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Islayer
Gast





BeitragVerfasst am: 10.08.2009 - 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Auch ich habe den Supernova eher als unterdurchschnittlich bewertet.
Ich trinke gerne rauchige Whisky, aber was Ardbeg mit dem Supernova abgeliefert hat spottet nach meiner Meinung jeder Beschreibung.
Vom Anfang bis zum Ende nur Rauch, keine andere Geschmacksnuance scheint sich da durchsetzen zu können.

Und zuvor mit irgendwelchen anderen Alkohilika bzw. Eiswasser meine Geschmacksnerven lähmen, kommt gar nicht in Frage.

Ich halte den Ardbeg für einen (gelungenen?) Marketinggag bzw. für einen überteuerten jungen Whisky.

Was ich daraus gelernt habe:
Rauchiger Whisky, ja, aber nur mit Altersangabe.

gruss
Islayer
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Oleg
Gast





BeitragVerfasst am: 10.08.2009 - 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

... oder ohne Altersangabe, dafür billiger... Winken
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Feuerwasser



Anmeldungsdatum: 02.09.2008
Beiträge: 329
Wohnort: Münchner Schotterebene

BeitragVerfasst am: 10.08.2009 - 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

KingCole hat Folgendes geschrieben:
Genau aus diesem Grund habe ich ja so detailliert die Vorbereitung angeführt und beschrieben.

Demnach:

- Leichtes Essen, dazu Wasser, keinen Alkohol, aber nichts schweres mit der Notwendigkeit „zum Aufräumen“ hinterher
- Etwas geschmacklich neutralisierenden Käse
- Martini Cocktail um die generelle Alkoholempfindlichkeit zu reduzieren
- Eiswasser um die Zunge zu betäuben
- Zügiges (nicht hastiges!, wie oben beschrieben) trinken um den Aromen Vorzug vor der Alkoholnote im Gaumen zu geben.


Vorneweg: Ich habe den Supernova noch nicht probiert. Wegen des Preises werde ich mir keine ganze Flasche auf Verdacht kaufen, lieber erstmal ein Sample zum Probieren.

Nur wenn ich schon so eine detaillierte Checkliste abarbeiten muss, um den Supernova würdigen zu können, dann kann doch irgendwas nicht stimmen. Einen Whisky, der nur bei in einer ganz bestimmten Vorbereitung schmeckt, kann man doch bestimmt nicht als rundum gelungen bezeichnen.

Prost,
Feuerwasser
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KingCole
Gast





BeitragVerfasst am: 11.08.2009 - 00:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ach, liebe Mitkommentatoren, Ihr seid päpstlicher wie der Pabst. So macht das keinen Spaß. Letztendlich haben wir da gerade wohl eine weitere Runde auf den Karussell gedreht und das was von mir kommen wird, ist auch nicht besser. Nun denn:

Ich warte ehrlich gesagt noch auf den Kommentar eines users, der Eiswasser und Konsorten mal für den Supernova ausprobiert und darauf basierend zu einem Urteil kommt. Bisher sind das alles prinzipielle Standpunkte, und sich nun am Preis oder strukturierten Marketing des Supernovas aufzuhängen, naja, wer es möchte.

Lieber Horst,

da schreibe ich eine halbe Litanei über die Vorbereitung und den Geschmack und Sie greifen sich die 2 Zeilen über den Preis heraus. Schade, da hätte mich gerade Ihre Meinung zu anderen Punkten mehr interessiert. Natürlich, man kann den wahrgenommenen Wert fast immer am Preis festmachen.

Sie basieren die Kaufentscheidung auf den Opportunitätskosten der Konsumenten. Das ist für nahezu jede Kaufentscheidung legitim und sogar zwangsläufig, allerdings gibt es sicherlich zahlreiche Malt Veteranen, die gefühlte 7351 „ausbalancierte 15 jährige“ getrunken haben und für die nun 80 Euro auch nicht gleich bedeutet, das nächste halbe Jahr von Brot und Wasser zu leben, bzw. die Möglichkeit haben, im Verbund zu trinken. Für mich sind es sehr gut angelegte 80 Euro.

Eine Anmerkung zum Thema Preisbildung im Luxussegment des Modemarktes: ich arbeite genau in diesem Feld seit 15 Jahren im In- und Ausland, teilweise für Konkurrenzmarken von LVMH. Nichts für ungut, aber Ihre Anmerkung zur Preisfindung ist eine nette, allgemeine Floskel. Ich will es mal so sagen: die „Kunst“ hat ein paar mehr Facetten, …. aber – ich habe Ihren CV kurz gegoogelt - das wissen Sie sicher selber.


Lieber Islayer,
Lieber Feuerwasser,

Nicht böse gemeint, aber Ihr beiden seit mir einfach zu engstirnig. Wenn Ihr Euch prinzipiell weigert, Euren Kennergaumen vor einer Verkostung mit proletenhaften Eiswasser einzustimmen und Gottbewahre vorher einen Martini Cocktail zu schütten ist das völlig OK für Euch, aber bitte, bitte akzeptiert, dass es auch andere Ansichten gibt. Und so lange Ihr nicht auf den Kern meiner Aussage, der zielgerichteten Vorbereitung für den Supernova einlasst, kann ich Eure Meinung nicht so ganz ernst nehmen. Seht, ich trinke das Zeug seit 25 Jahren, habe nahezu jede Marke / viele Abfüllung durch, meine Bar kostete mich zeitweise mehr als mein Auto, in Seminaren/ Verkostungen gesessen, Seminare / Verkostungen gegeben. Soll ich mich jetzt mich Euch auf eine Diskussion einlassen, ob man bei bestimmten Malts vorher Eiswasser trinkt? Ich mache es, Ihr braucht es nicht zu machen. Und deshalb: tut mir leid, entsprechend vorbereitet, war der Supernova ein völlig integriertes, gar herausragendes Geschmackerlebnis. Wunderbar. Ich werde ihn demnächst klassisch vorbereitet trinken, um in Eure Kritik einstimmen zu können.


@ Feuerwasser: Checklisten, gerade bei Genusserlebnissen bringen es, glauben Sie mir. Sie garantieren, sie maximieren den Genuss. Gehen Sie unvorbereitet in eine Oper? Stimmen Sie sich auf Wagner genauso ein, wie auf Puccini? Hauen Sie sich nen Filet Mignon genau so in die Pfanne wie ein Minutensteak? Trinken Sie einen Cabernet und einen Gewürztraminer bei gleicher Temperatur? Zu gleichen Gerichten, Gelegenheiten?

Zum Preis,

jaja, ich verstehe das, dass 80,- € nen Haufen Geld sind. Gerade für einen jungen Malt ohne Premiumfasslagerung. Aber nochmals, mit Eiswasser ist das Ding – für mich -ein Hochgenuss. Ich habe für 80,- € schon etliche, wirklich etliche ältere Premiumfass gelagerte Malts gekauft und getrunken (Glenfarclas, Glenlivet, etc.), die einfach nur langweilg waren. Schon klar, das entschuldigt die 80,- € des Supernovas nicht, aber für den Genus, den ich hatte ... mann, da waren die 80,- mehr als OK.

Viele Grüße, KingCole
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TorstenK



Anmeldungsdatum: 12.01.2009
Beiträge: 307
Wohnort: Krumbach

BeitragVerfasst am: 11.08.2009 - 03:40    Titel: Antworten mit Zitat

Egal, was ein Whisky kostet, egal, wieviel man verdient: letztendlich entscheidet jeder für sich selbst, was ihn ein Whisky kosten darf.

Für jemanden mit 10.000 EUR netto im Monat können 80 EUR zuviel sein. Aber ebenso können für einen mit 1.500 EUR netto 100 EUR angemessen sein.

Für mich z. B. sind die 78 EUR für einen PC7 gut angelegt. Es war zwar ein Kauf ins blaue, aber man muss auch mal ein Risiko eingehen. In diesem Fall eines, welches sich gelohnt hat.

Ich habe den Supernova als Sample (Comitee Release) daheim. Er schmeckt mir durchaus. Aber der bisherige Preis ist schon zuviel dafür. Preislich ein wenig über dem Uigeadail wäre angemessener.

@KingCole: Ich werde mir mal die Methode Eiswasser zu Gemüte führen. Erst danach kann ich dich verdammen oder eben vergöttern ;D
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Feuerwasser



Anmeldungsdatum: 02.09.2008
Beiträge: 329
Wohnort: Münchner Schotterebene

BeitragVerfasst am: 11.08.2009 - 07:43    Titel: Antworten mit Zitat

KingCole hat Folgendes geschrieben:

Nicht böse gemeint, aber Ihr beiden seit mir einfach zu engstirnig. Wenn Ihr Euch prinzipiell weigert, Euren Kennergaumen vor einer Verkostung mit proletenhaften Eiswasser einzustimmen und Gottbewahre vorher einen Martini Cocktail


Es geht mir nicht speziell ums Eiswasser und auch nicht um den Martini. Es geht mir ganz allgemein darum, dass ich einen Whisky auch genießen können will, ohne erst ein Brimborium drumherum veranstalten zu müssen.

Natürlich ist an deinen Argumenten mit Oper, Steak oder Wein was Wahres dran. Dass der Genuss durch äußere Einflüsse gesteigert werden kann, will ich auch gar nicht bestreiten. Aber wenn ich einen Whisky nur genießen kann, wenn ich daraus eine japanische Teezeremonie mache, dann ist mir persönlich das zuviel des Guten.
_________________
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Horst_S



Anmeldungsdatum: 07.05.2004
Beiträge: 6639
Wohnort: The Whisky Store in Seeshaupt

BeitragVerfasst am: 11.08.2009 - 08:30    Titel: Antworten mit Zitat

KingCole hat Folgendes geschrieben:
Lieber Horst,

da schreibe ich eine halbe Litanei über die Vorbereitung und den Geschmack und Sie greifen sich die 2 Zeilen über den Preis heraus. Schade, da hätte mich gerade Ihre Meinung zu anderen Punkten mehr interessiert.

Klar hätte ich etwas über mein persönliches Geschmacksempfinden beim Supernova sagen können. Doch an dieser Stelle kann ich doch nicht mein angelerntes Aromenprofil als Maß der Dinge sehen und von feuchtem Leinen und rohem Hackfleisch berichten. Wenn es dermaßen ins Detail geht, dann halte ich mich meist mit meinen Geschmacksäußerungen zurück und fahre die nächste Runde auf dem Karussell nicht mit.

Wenn man natürlich dermaßen viel unterschiedliche Brände wie Sie probiert hat, dann ist schon klar, dass es ab und an auch einmal etwas heftiger auch in der Vorbereitung abgehen kann. Ich möchte dazu anfügen, dass viele im Malt Whisky-Umfeld auf der beständigen Suche nach dem ultimativen Kick sind, zu dem der Ardbeg Supernova sicherlich eine Menge beitragen kann.

Ein Teil der Genießer hat ihren ultimativen Single Malt jedoch gefunden und kauft nur mehr diesen. Wir haben da ein paar Liebhaber, die kaufen sich regelmäßig ihre 6er-Kiste Lieblingswhisky und wenn sich der im Aussehen oder Inhalt verändert, dann ist Holland in Not. Natürlich findet man diese Liebhaber nicht hier im Forum. Was sollten sie auch hier Frage

Ein Dritter Teil hat seine Geschmacksrichtung gefunden und ist bereit in dieser Richtung weiter zu forschen und neue Malts auszuprobieren. In diese Richtung zähle ich mich auch. Wenn auch mein Spektrum dabei noch relativ groß ausfällt, denn bei einem 'noch erträglich' rauchigen Whisky, wenn denn nur genug Eiche mit im Spiel ist, bin ich nicht abgeneigt genausowenig wie von einer nichtrauchigen Sherrybombe.

Dennoch bin ich nicht mehr der Suchende, der jedes unbekannte Label einer Islay-Brennerei unbedingt sofort verkosten muss.

Gruß
Horst Lüning
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